PŘIHLÁŠENÍ / REGISTRACE

DIE TOTEN HOSEN - Ballast der Republik


Obal


1. DREI KREUZE (DASS WIR HIER SIND)

Instrumental



2. BALLAST DER REPUBLIK

Ein ganzes Land kniet nieder
Und sagt „Es tut uns leid!“
Wir geben zu, wir haben den Krieg verloren
Doch das ist jetzt vorbei

Uns ist klar, wir müssen büßen
Damit Ihr uns verzeiht
Die Nation wird ausgewürfelt
Und dann durch zwei geteilt

Die einen saufen Coca Cola
Die anderen fressen Mauerstein
Hier feiert man Wirtschaftswunder
Und da den 1. Mai

Doch jeden Tag besucht uns
Derselbe Parasit
Alle tragen auf ihren Schultern
Den Ballast der Republik

Die alten Panzer sind verrostet
Wir sind wieder vereint
Heute quälen uns noch mehr Sorgen
Die Kohle wird verheizt

Wir haben keine Zeit mehr
Für Politik und Religion
Wenn wir an Götter glauben
Dann tragen sie Trikots

Doch jeden Tag besucht uns
Derselbe Parasit
Im Kopf und auf den Schultern
Der Ballast der Republik

Es ist wie Pech, das an uns klebt
Der Ballast der Republik

In den Clubs und auf den Straßen
Alle haben es so satt
Man tanzt bis in den Morgen
Doch die Sorgen fallen nicht ab

Und alle schieben Hass
Es ist der alte Parasit
Im Kopf und auf den Schultern
Der Ballast der Republik



3. TAGE WIE DIESE

Ich wart’ seit Wochen auf diesen Tag
Und tanz’ vor Freude über den Asphalt
Als wär’s ein Rhythmus, als gäb’s ein Lied
Das mich immer weiter durch die Straßen zieht
Komm’ dir entgegen, dich abzuholen, wie ausgemacht
Zu derselben Uhrzeit, am selben Treffpunkt, wie letztes Mal

Durch das Gedränge der Menschenmenge
Bahnen wir uns den altbekannten Weg
Entlang der Gassen, zu den Rheinterrassen
Über die Brücken, bis hin zu der Musik
Wo alles laut ist, wo alle drauf sind, um durchzudrehen
Wo die Anderen warten, um mit uns zu starten und abzugehen

An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit
An Tagen wie diesen haben wir noch ewig Zeit
Wünsch ich mir Unendlichkeit

Das hier ist ewig, ewig für heute
Wir stehen nicht still für eine ganze Nacht
Komm ich trag dich durch die Leute
Hab keine Angst, ich gebe auf dich Acht
Wir lassen uns treiben, tauchen unter, schwimmen mit dem Strom
Drehen unsere Kreise, kommen nicht mehr runter, sind schwerelos

An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit
An Tagen wie diesen haben wir noch ewig Zeit
In dieser Nacht der Nächte, die uns soviel verspricht
Erleben wir das Beste, kein Ende ist in Sicht



4. TRAURIG EINEN SOMMER LANG

Als in Paris ’71 Jim Morrison verstarb
Sah ich meine Schwestern weinen, als ich aus der Schule kam
Keine acht Jahre später war ich selbst den Tränen nah
Als Sid Vicious seinen Löffel viel zu früh abgab

Von da an war mir klar
Dass das Musikantenleben saugefährlich war

Als Bon Scott 1980 im Alkohol ertrinkt
Hab’ ich selber schwer zu kämpfen mit meinem ersten Acidtrip
Und ich weiß noch ganz genau, wie traurig wir alle waren
Als Rex Guildo ’99 aus seinem Fenster sprang (hossa!)

Es war ein Schock, ein böser Traum
Die ganze Welt war kalt und grau
Wir waren traurig einen Sommer lang
Wir gaben unsere Unschuld auf
Wir waren jung, wir waren blau
Wir waren traurig einen Sommer lang
Einen Sommer lang

Und als man Michael Jackson tot in seiner Bude fand
Sah ich die Menschen Moonwalk tanzen auf Ibiza am Strand

Drum möcht’ ich, dass ihr wisst
Dass das Musikantenleben kein Zuckerschlecken ist



5. ALTES FIEBER

Wo sind diese Tage
An denen wir glaubten
Wir hätten nichts zu verlieren

Wir machen alte Kisten auf
Holen unsere Geschichten raus
Ein großer, staubiger Haufen Altpapier

Wir hören Musik von früher
Schauen uns verblasste Fotos an
Erinnern uns, was mal gewesen war

Und immer wieder
Sind es dieselben Lieder
Die sich anfühlen
Als würde die Zeit stillstehen

Ich geh’ auf meine Straße
Lauf’ zu unserem Laden
Seh’ euch alle da sitzen
Weiß, dass ich richtig bin

In welchen Höhen und welchen Tiefen
Wir gemeinsam waren
Drei Kreuze, dass wir immer noch hier sind

Und immer wieder
Sind es dieselben Lieder
Die sich anfühlen
Als würde die Zeit stillstehen
Denn es geht nie vorüber
Dieses alte Fieber
Das immer dann hochkommt
Wenn wir zusammen sind

Wir stoßen an
Mit jedem Glas
Auf alle, die draufgegangen sind



6. ZWEI DRITTEL LIEBE

Zwei Drittel Liebe, ein Drittel Wodka
Wir sind im Höhenflug
Ich mach’ mich breit, mach’s mir gemütlich
Und jetzt bist du am Zug

Wie magst Du’s am allerliebsten
Komm, flüster mir ins Ohr
Davon hab’ ich noch nie gehört
Mach’s mir doch einfach vor

Und du weißt, gleich wird hier alles explodieren
Ja, die Welt ist nicht genug so kurz nach vier

Lass es raus

Ein Drittel Liebe, zwei Drittel Wodka
Für dich kein Problem
Ich muss nicht wissen, wie du heißt
Dir wird’s genauso gehen

Die Luft brennt, der Feuermelder schlägt Alarm
Unser Bett ist gebaut auf ’nem Vulkan

Lass es raus…

Keine Liebe, nur noch Wodka
Doch du kannst nichts dafür
Lauf’ Schlangenlinien durch das Zimmer
Kann mich nicht kontrollieren

Und so endet dieser fast perfekte Tag
Mit dem Kopf über dem Becken in deinem Bad



7. EUROPA

Unten im Hafen setzen sie die Segel
Fahren hinaus aufs offene Meer
Zum Abschied winken ihre Familien
Schauen ihnen noch lange hinterher

Und das Wasser liegt wie ein Spiegel
Als sie schweigend durchs Dunkel ziehen
Kaum fünfzig Meilen bis zum Ziel
Das so nah vor ihnen liegt

Sag mir, dass das nur ein Märchen ist
Mit Happy End für alle Leute
Und wenn sie nicht gestorben sind
Leben sie noch heute

Sie kommen zu Tausenden, doch die Allermeisten
Werden das gelobte Land niemals erreichen
Denn die Patrouillen werden sie aufgreifen
Um sie in unserem Auftrag zu deportieren

Und der Rest, der wird ersaufen
Im Massengrab vom Mittelmeer

Weil das hier alles kein Märchen ist
Kein Happy End für all die Leute
Und wenn sie nicht gestorben sind
Sterben sie noch heute



8. REIß DICH LOS

Die Welt bietet uns grad Frieden an
Und alles scheint leicht zu gehen
Der Wind steht still im Paradies
Nur mein Atem, der sich überschlägt

Heute wär’ so ein Tag, an dem es einfach ist
Die Schönheit der Dinge zu sehen
Doch ich halt’s nicht aus, ich muss hier weg
Nur du kannst mich verstehen

Komm, reiß dich los
Wir sind noch nicht angekommen
Müssen los
Einfach auf und davon

Wir stoßen diese Schwerkraft ab
An die wir gefesselt sind
Brechen aus der Warteschleife aus
Sind nicht mehr taub und blind

Wir steigen auf den höchsten Berg
Wir schwimmen durch jedes Meer
Bereuen nichts, sind frei wie nie
All die Wunden sind es wert

Komm, reiß dich los (jetzt oder nie)
Wir sind noch nicht angekommen
Müssen los (es gibt kein Zurück)
Einfach auf und davon
Lass uns gehen
Vielleicht finden wir unser Glück
Wollen sehen
Was davon noch übrig ist

Nimm nichts mit, wir brauchen nichts
Lass alles hier und schmeiß es weg
All die Souvenirs, unsere Biographien
Nur lästiges Übergewicht



9. DREI WORTE

Mein Hals wie ausgetrocknet
Alles schmeckt nach Staub
Mein Mund verflixt und zugenäht
Nichts kommt mehr aus mir raus

Meine ganzen Worte haben sich
Tief in mir versteckt
Mein Atem stockt, meine Kehle brennt
Und ich wünsch’ mich nur noch weg

Und du fragst, was mit mir ist
Drei Worte, die du hören willst
Doch ich steh’ nur da
Verdammt noch mal
Schau mich nicht so an

Sätze schleimen sich den Hals hoch
Wie ein schmieriger Wurm
Verheddern sich zwischen den Zähnen
Und bleiben ohne Ton

Ich spuck’ sie aus, ich schluck’ sie runter
Sie lassen mich im Stich
Sie schneiden mir die Zunge ab
Mein Unterkiefer bricht

Drei Worte, die du hören willst
Doch sie kommen nicht ans Licht
Kein „Liebst du mich?“
Kein „Ich liebe dich!“
Schau mich nicht so an

In meinem Kopf ist was gerissen
Meine Gedanken sind aus Stein
Das Notprogramm ist abgestürzt
Es fällt mir nichts mehr ein



10. SCHADE, WIE KANN DAS PASSIEREN?

Wir kamen in der Hoffnung
Dass wir ein guter Gegner sind
Doch dafür hat es einfach nicht gereicht

Doch wir haben unsere Geschichte
Und unsere Tradition
Wir sind nicht zu kaufen
Wir haben keinen Preis

Und ihr könnt uns nicht beerdigen
Solang’ wir noch am Leben sind
Wir werden uns erholen
Und dann werden wir euch wiedersehen

Schade, Scheiße, wie kann das passieren?
Wie konnten wir gegen sowas verlieren?
Schade, Scheiße, wie kann das passieren?
Doch wir kommen zurück, um uns zu revanchieren

Wir müssen es ertragen
Dass ihr jetzt laut über uns lacht
Pech an unseren Stiefeln
Heut’ weint die ganze Stadt

Jetzt machen wir böse Miene
Zu euerm guten Spiel
Man trifft sich immer zweimal
Wir werden euch wiedersehen

Schade, Scheiße, wie kann das passieren…

Ihr habt unsern Respekt
Ihr wart heute ein gutes Team
Doch die besten Freunde
Werden wir wohl nie

Wir waren heut’ auf Augenhöhe
Und euch gehört für jetzt das Glück
Wir schwören hiermit feierlich
Wir holen es uns zurück



11. DRAUßEN VOR DER TÜR

Haben uns lang ignoriert und kaum noch akzeptiert
In dieser Zeit, die für uns beide schwierig war
Warst so Gewalt und ich so voller Hass
Wir kamen jahrelang überhaupt nicht klar

Ich wollte nie so sein wie du und wie du denkst
Heut’ merk’ ich immer wieder, wie ähnlich ich dir bin
Zum Glück war’s damals nicht zu spät
Wir haben uns verziehen, der Wind hat sich gelegt

Das ist alles so lange her
So unendlich weit weg
Doch es fällt mir nicht schwer
Mich zu erinnern wie’s beim letzten Mal war
Als wir uns noch sahen
Da draußen vor der Tür

Man sagt - und ich weiß jetzt, dass es stimmt -
Dass es viele Freunde, doch nur einen Vater gibt
Und heute, wo du weit weg bist
Kann ich dich langsam so viel besser sehen

So wie jetzt habe ich dich früher nie vermisst
Schritt für Schritt komm ich zu dir zurück

Das ist alles so lang vorbei
Doch die Bilder dieser Zeit
Sie sind alle noch hier
Ein ganzes Jahr ist eine halbe Ewigkeit
Und es ist Ewigkeiten her
Da draußen vor der Tür

Das ist alles so lange her
So unendlich weit weg
Und ich habe kapiert
Dass ich dich nie, niemals verlier’’
Doch obwohl du mir bleibst
Fehlst du mir sehr



12. DAS IST DER MOMENT

Morgens um 6, hol den Kurzen aus dem Bett
Sind so müde, doch die Cornflakes sind perfekt
Fahren zur Schule, parken hinten auf dem Hof
Gibst mir ’nen Kuss, rufst „Papa, ich muss los!“

Wink’ dir hinterher, fahr’ rum, um den Block
Radio an, wie immer nur Schrott
Dreh’ am kleinen Knopf, fahr’ raus aus dem Beton
Und sie spielen unseren Song

Das ist unser Tag
Das ist unsere Zeit
Und sie fliegt nicht mehr an uns vorbei
Denn das ist der Moment
An dem du einmal hängst
Wenn du irgendwann zurückdenkst

Haben so viel geschrieben, so viel getankt
Haben Köpfe zerbrochen und Gitarren verbrannt
Weiß nicht mehr, wann ich zum letzten Mal schlief
Immer auf der Jagd nach dem besten Lied

Stehen hinter der Bühne, bilden einen Kreis
Jetzt ist es so weit, auch wir sind bereit
Sind hier hinterm Vorhang, hören wie ihr singt
Linkin spielen im Park und wir am Ring

Denn das ist unser Tag…

Das ist der Moment…

Man teilt aus, man kassiert
Gute Chance, man verliert
Frag nicht nach dem Sinn
Man versagt, man probiert
Man verspricht, man riskiert
Hier kommt der Neubeginn



13. EIN GUTER TAG ZUM FLIEGEN

Wir laufen durch die Straßen, suchen alles ab
Gehen aufs größte Haus in der ganzen Stadt
Noch tausend Stufen, dann haben wir’s geschafft
Kratzen am Himmel und springen vom Dach

Ein guter Tag zum Fliegen
Komm, halt dich an mir fest
Sag mir doch, wie fühlst du dich?
Bist du glücklich oder nicht?

Wir schießen durch die Wolken, so weit, wie es geht
An jeder Ampel ein Planet
Wir lachen all die Astronauten aus
Houston, niemand von euch hält uns auf

Ein guter Tag zum Fliegen…

Hoch wie nie, alles schön, alles bleibt
Was bedeutet schon die Zeit?
Und wir sehen auf die Welt
Und sie ist für uns zu klein
Und du weißt, du willst nie mehr zurück

Für heute reicht’s, war schön mit dir
Irgendwann bleiben wir einmal für immer hier
Wir sehen uns um, ein letzter Blick
Langsam driften wir zurück

Ein guter Tag zum Fliegen
Komm, halt dich an mir fest
Sag mir jetzt, wie fühlst du dich?
Bist du glücklich oder nicht?

Ein guter Tag zum Fliegen
Komm, halt dich an mir fest
Warum all die Tränen?
Bist du glücklich oder nicht?



14. OBERHAUSEN

Sie malt sich grelles Make Up auf ihre Augen
Zieht die teuren Schuhe an und ihr schönstes Kleid
Sie kennt alle Clubs und Bars in Oberhausen
Sie braucht kein Geld, er lädt sie immer ein

So schön war’s mit ihm nie
Als sie noch zusammen waren
Denn miteinander konnten sie nicht glücklich sein

Doch jedes Mal, wenn er sie ansieht
Dann wird ihr klar, wie sehr sie ihn noch liebt
Und sie vergisst, wie’s mit ihm war in all den bösen Jahren
Weil er die Liebe ihres Lebens ist

Sie ist schon so lang unbewohnt und fühlt sich schrecklich
Vielleicht lässt sie sich irgendwann mal operieren
Doch sie war in ihrem Leben niemals hässlich
Macht alles nur, um ihm zu imponieren

Und sie verdrängt den ganzen Schmerz
All die Stiche in ihr Herz
Immer wieder lässt sie sich von ihm verführen

Denn jedes Mal, wenn er sie ansieht…

Über alles kann sie mit ihm reden
Nie hat sie was anderes gesucht
Sie läuft nachts zu seinem Haus durch den Regen
Denn sie hofft, bald wird alles gut



15. ALLES HAT SEINEN GRUND

Du bist die Schönheit
Ich bin das Biest
Ich brech’ Dein Herz
Du mein Genick
Wir lassen los
Wir fallen tief
Du bist Verzweiflung
Ich bin der Strick

Doch alles hat seinen Grund
Wo wollen wir mit uns noch hin?
Du schreist nach Liebe, ich bleibe stumm
Wir kommen nicht raus aus diesem Spiel

Wir wollen nicht gehen und wir wollen nicht bleiben
Wir haben Angst, uns zu entscheiden
Wann und wo unser Weg zu Ende ist

Du bist die Wahrheit
Ich bin die Tat
Wir schmeißen Steine
Wir sind aus Glas
Du bist der Schall
Ich bin der Rauch
Du bist der Fehler
Ich bin es auch

Denn alles hat seinen Grund
Wo wollen wir mit uns noch hin?

Wir können nicht gehen und wir können nicht bleiben
Uns fehlt die Kraft, selbst zu entscheiden
Wann und wo unser Weg zu Ende ist



16. VOGELFREI

Jetzt, wo ich tot bin
Ist alles so viel leichter
Ihr müsst alle aufstehen
Ich schlaf’ einfach weiter
Hier oben tut die Luft so gut
Ich atme alles ein
Gott macht den besten Kaffee
Und keiner spuckt mir rein

Jetzt, wo’s vorbei ist
Ist alles so viel besser
Champagner aus dem Wasserhahn
Und jeden Tag Silvester
Wir feiern hier ’ne Party
Und alle rasten aus
Keiner geht heut’ Nacht allein nach Haus’

Der nackte Wahnsinn
Ihr müsstet hier sein
Selbst der Teufel kommt ab und zu vorbei
All diese Farben
Und all die Schönheit
Nur hier oben fühle ich mich vogelfrei

Jetzt, wo ich hier bin
Ist alles so schön einfach
Die Wolken ziehen weiter
Fast wie auf Jamaika
Die Engel spielen Trompete
Und schießen uns ins Licht
Durch den schwarzen Tunnel in das Licht

Der nackte Wahnsinn
Ihr müsstet hier sein
Selbst der Teufel kommt ab und zu vorbei
Und all diese Farben
Und all die Schönheit
Nur hier oben fühle ich mich vogelfrei, hier bin ich frei, so vogelfrei



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